Tapisserien (Art Protis)

Im Rahmen seiner Studienreisen in Staaten des Warschauer Pakts (sog. Ostblock hinter dem Eisernen Vorhang) suchte Werner Möller in den 60´er- und 70´er Jahren des vorigen Jahrhunderts die dortige Kunst und die Bekanntschaft mit Künstlern dieser Länder. In der damaligen Tschechoslowakei z. B. entwickelte sich zwischen ihm und dem Zeichner und Maler Miroslav Stolfa, Brno (Brünn) eine lebenslange Freundschaft; schon in dieser Zeit gelang es den beiden Künstlern, gegenseitige Ausstellungen ihrer bildenden Kunst in Brno und Cuxhaven (Galerie Artica) zustande zu bringen.
In Brno lernte Werner Möller 1971 u. a. im Forschungsinstitut der Wollindustrie auch das spätere Atelier „Art Protis“ in seinen Anfängen kennen. Hier wurde Künstlern ein besonderes, patentiertes Verfahren zur Herstellung von Tapisserien zugänglich gemacht. Der interessierte Werner Möller konnte bei wiederholten Aufenthalten in Brno durch Verwirklichung neuer gestalterischer Darstellungsformen zahlreiche Tapisserien als Werke bildender Kunst herstellen. Der Künstler arbeitet mit gekämmter, nicht gesponnener reiner Wolle, die in mehr als hundert lichtechten Varianten zur Verfügung steht. Nach seinen Ideen und seinem Entwurf „legt er sein Bild“ nach Art einer Collage aus den gewählten farbigen Materialien auf ein kompaktes Unterlagengewebe. Die Verbindung der Wollschichten mit der tragenden Unterlage bewerkstelligt eine Spezialwirkmaschine. Im Herstellungsprozess „Art Protis“ bildet der maschinelle Einsatz nur einen Bruchteil der Arbeit; das Resultat ist von der künstlerischen Erfahrung des Autors abhängig. Rückseitig tragen die Wandteppiche ein vom Künstler signiertes Etikett als Ursprungszeugnis. Kunstwerke „Art Protis“ erfuhren weltweit Anerkennung und wurden wiederholt mit Goldmedaillen prämiert: Internationale Kunst- und Handwerksmesse 1966 in München, EXPO 1967 in Montreal, EXPO 1973 in Osaka.